Lehrling voller Leidenschaft, mit 33!

Zwiebeln schneiden im Altstadthotel Radisson Blu, dass ist die neue Herausforderung, der sich der erst kürzlich angetretene Küchenchef stellt. Als Chefkoch des Fünf-Sterne-Hauses kocht er Gerichte,die einfach sind, aber gerade aus diesem Grund so gut schmecken. Das Altstadthotel ist eine weitere Station auf der langen Reise der Berufsauswahl. Wenn man den Worten Gehör schenkt, dann merkt man, dass er angekommen ist. "Ich mag das Handwerkliche an diesem Beruf, das Strudelteigziehen, das Zwiebelschneiden". Vor sechs Jahren hat er sich dazu entschieden, einen gut bezahlten Bürojob in der IT aufzugeben und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Das gebührt schon einmal aller größten Respekt, sich aus der Komfortzone hinauszuwagen und sich ins Ungewisse zu stürzen. Er war seinen Kollegen zu fordernd und seinem Chef wohl zu forsch, also aus deren Ansicht! "Ich wollte kein Deadlines mehr, die erst in einem halben Jahr sind, oder auf ein Arbeitspaket drei Monate warten". Wenn er als Koch in der Küche steht, dann richt er den Duft der Zwiebel, die gerade in der Pfanne sind, fühlt die Hitze der verschiedenen Geräte und sieht die Wiener Schnitzel, oder Salzburger Nocherl auf dem Teller. Er ist sehr stolz auf das was er tut und arbeitet gerne als Koch. "Dann schlafe ich gut", sagt er dazu. In seinem Umfeld waren natürlich alle sehr überrascht, als er wieder zur Berufsschule ging. Für den mittlerweile 39-jährigen Küchenchef war es aber notwendig. "Ich brauchte das Wissen, um professionell zu sein". Sein Team im Altstadthotel sollte aus einem Souschef, drei Köchen und ein, zwei Lehrlingen bestehen - derzeit sind die Stellen aber vakant. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, Facharbeiter, oder Lehrlinge zu finden. Aber warum haben so viele Angst vor der Lehre? Der Chefkoch denkt, dass Jugendliche die Entscheidung zu früh fällen müssen müssen. "Mit 16 weiß man noch nicht, was man sein ganzes Leben machen will. Es fehtl die nötige Erfahrung". In anderen Bereichen ist dagegen die Bezahlung besser. "Wobei ich die Karrierechancen im Handwerk besser einschätze - Handwerk ist ein goldener Boden" 

Es sollten drigend auch in Deutschland Überlegungen gemacht werden, wie man die Leute wieder mehr dazu motivieren kann, sich für eine Lehre in Sparten wie Gastronomie, Handwerk, oder Handel zu entscheiden. Auch wenn es einem erst mit höherem Alter bewusst wird. In Österreich werden diese Personen nicht mit Lehrlingsgehalt vergütet, sondern bekommen Hilfsarbeitergehalt, was einem Erwachsenen, der voll im Leben steht, die Entscheidung leichter macht. Mit einemLehrlingsgehalt könnte keiner seine Familie ernähren.  

Kategorie: Magazine

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